Lehrerin: Regine Arber
Szenografen: Patrick Doggweiler & Stefanie Pfrunder
Alter d. SchülerInnen: ca. 8-9 Jahre
Vision: Wunschhaus & Wunschquartier

Der Unterricht von Regina Arber am Petersschulhaus fand im Rahmen eines Begabungsfensters statt. Die Architektin Marina Gerber begann das Projekt mit einer Einführung in bauliche Elemente in Wohnungen und Wohnhäusern sowie über  architektonische Dinge des alltäglichen Lebens. Die Kinder haben Bilder aus Bodenbelagsabrieb erstellt und aus ihrer Erinnerung die eigene Wohnung und Wohnungstüren gezeichnet; danach entwickelten sie Fantasietüren auf Papier und schrieben Texte und Gedichte dazu.

Die SchülerInnen der Förderklasse widmeten sich der Vision „Wunschhaus & Wunschquartier“. Im Container waren diese Wünsche erlebbar: mit Taschenlampe und Feldstecher ausgestattet, konnten die BesucherInnen auf die Suche nach den Wohnwünschen der Kinder im Containerhimmel gehen. Bevor die Kinder ihre Wunschhäuser entworfen haben, beschäftigten sie sich mit Böden, Fenstern und Türen und zeichneten eine Vielzahl von Fantasie-Häusern. Weiterhin bauten die Kinder aus den Häusern ein ganzes Wunschquartier im Massstab 1:50. Bewusst verzichteten sie in dem Modell auf ein Polizeigebäude, da es im Wunschquartier keine Gewalt gibt.


Die Kinder haben ausserdem darüber nachgedacht, wie Häuser aussehen, die mit Eigenschaften ausgestattet sind. Dabei stellte sich heraus: Für die Kinder können Häuser nicht nur zu hoch sein, sie können auch wie Palmen aussehen oder die Form einer Pommes-Frites haben, sie können fliegen, explodieren, krumm sein oder buchstäblich auf dem Boden liegen.


Türen spielten im Unterricht bereits zu Beginn eine wichtige Rolle und die SchülerInnen haben sogar Gedichte über Türen geschrieben. Dabei zeigten sich besondere, auch komische Talente:


Offen
meine Tür
sie ist schön
manchmal ist sie zu
egal



Zur szenografischen Umsetzung:

Wer von Kinderwünschen eingeladen wird, erwartet spontan bunte Fantasien und masslose Visionen. Dass Kinderwünsche nebst blühenden Fantasien und verrückten Ideen auch tiefe Grundbedürfnisse nach Vertrauen und Sicherheit berühren, wird oftmals vergessen. Diese Erkenntnis haben die Szenografen durch die Zusammenarbeit mit der Klasse der Petersschule gewonnen.

Sie haben ihren Container senkrecht aufgestellt. Im Innenraum repräsentierte er die Seelenwelt der Kinder. Der Besucher konnte seinen Alltag für einen Moment hinter sich lassen und in diese Welt aus Wünschen, Gefühlen, luftigen Gedanken und verwurzelten Sehnsüchten eintauchen. Die Werke der Kinder schwebten von der Containerdecke im Raum, sie bewegten sich zwischen oben und unten, fern und nah, immateriell und materiell. Eine geheimnisvolle Atmosphäre entstand: “Es flüstert, fliegt und vergeht – es ebnet, erdet und erklärt.” Mit einer Taschenlampe und einem Feldstecher konnte der Besucher die Exponate beleuchten und anzoomen und hatte so Zugang zu den entfernten Wünschen der Kinder. Ein Gästebuch lud dazu ein, eigene Wünsche mitzuteilen, bevor man in den Alltag zurückkehrte.


Dieser Container wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von Müller Schaum und


 

Klasse:
Primar, Schulhaus Peters
Architekt:
Marina Gerber
Thema:
Wunschhaus & Wunschquartier