Lehrerin: Gaby Hintermann
Szenografen: Anna Pedemonte & Franziska Sutter
Alter d. SchülerInnen: ca. 10-13 Jahre
Visionen: Orient, Safari und Grasbrücke

Es handelte sich bei der Klasse von Gaby Hintermann sowohl um eine Begabungsförderung, wie auch um ein freiwilliges Angebot für SchülerInnen der OS Gellert, die sich für das Thema Architektur und Stadtentwicklung interessierten. In Zusammenarbeit mit Lukas Buol vom Architekturbüro buol&zünd entstand ein Programm mit Exkursionen, Stadtplanungssitzungen und konkreter Arbeit am Modell.

Zu Beginn des Projektes wurden Fragen zu Architektur und Wohnraum behandelt. Es stellte sich heraus, dass die Bibliothek im Schulalltag als Rückzugsort genutzt wird und das eigene Zimmer derwichtigste Wohlfühlort innerhalb der Wohnung ist. Die Klasse unternahm gemeinsam mit dem Architekten eine Exkursion zu den Erdhäusern von Hans Vetsch in Arboldswil. Diese wurden von aussen und innen besichtigt. Begleitet wurde diese Exkursion mit Unterrichtsmaterial zu dem Thema Hütten und Höhlen. Thematisch verlagerte sich dann der Schwerpunkt des Unterricht  stärker in die Bereiche Stadtentwicklung und Wahrnehmung des Stadtraums.

In der Diskussion um Stadtplanung und Quartiersgestaltung wurden Strassen komponiert, Massstäbe verglichen und Umgebungen visionär gestaltet. Dabei orientierte sich die Diskussion an ästhetischen Massstäben: geht es bei der Stadtgestaltung um eine Vereinheitlichung des Stadtbildes oder um die Entwicklung möglichst unterschiedlicher Bauformen? Was macht Sinn und was ist "schön"?


Die SchülerInnen haben sich für ihre Visionen auf drei Themen konzentriert:

Reisen ist teuer, Kerosin erst recht und zukünftig wird das Fliegen in andere Länder aus Umweltschutzgründen verboten. Für die BaslerInnen im Jahr 2020 ist das kein Problem: das Bruderholzquartier wird zu einem echten orientalischen Quartier umgebaut. Es gibt Häuser aus Marmor, einen Hamam, einen Bazar und eine Kirche mit einem Minarett. Ausserdem braucht Basel kein Ozeaneum – es braucht einen Safarizoo! Der bestehende Zolli wird in zehn Jahren in seiner Flächengrösse verzehnfacht und reicht nun bis zum Schützenmattpark. Die einzelnen Quartiere werden dann nicht mehr von Basler Bürgern, sondern von Wasser- und Savannentieren sowie von Polartieren und Vögeln bewohnt. BesucherInnen bewegen sich zu Fuss, per Auto oder „Segway“ durch den Wildzoo. 
Der Rhein bleibt natürlich dennoch die erholsamste Attraktion der Stadt, aber seine Brücken sind laut und ungastlich. Um dies zu ändern, wird im Jahr 2020 eine Grasbrücke gebaut. Mit einem Basketballplatz, Pavillons und Bäumen und einem riesigen Aquarium stellt diese eine sinnliche Überquerung der Fluten für FussgängerInnen und Velofahrer dar. Schwimmt man im Sommer bei der Münsterfähre unter der neuen Brücke durch, sieht man die Aquariumsfische von unten. Die SchülerInnen setzten diese drei Ideen in Zusammenarbeit mit der Lehrerin, dem Architekten und den Szenografiestudentinnen in jeweils einem Modell um.


Zur szenografischen Umsetzung:
Die SchülerInnen haben ihre Projekte für eine zukünftige Stadt in Modelle umgesetzt, die durch Audiokommentare im Container ergänzt wurden. Im Ausstellungscontainer verlief eine Grenze zwischen Realität und Gedankenwelt: eine verwinkelte Wand trennte den Container in zwei Hälften. Durch die Wand und somit in die Gedankenwelt der SchülerInnen konnte nur blicken, wer neugierig genug war. Der Besucher musste selber entdecken: er musste ein Türchen oder eine sonderbare Schublade öffnen oder durch eine Klappe schauen. Gleichzeitig konnte der Besucher den mündlichen Erklärungen der SchülerInnen lauschen: über jedes Projekt gab es Interviews mit den SchülerInnen. Neben dem Eingang, an einer Zeile von Garderobenhaken, hingen persönliche Gegenstände von jedem Schüler. Es sah fast so aus, als hätten sich die SchülerInnen gerade aus der realen Welt davon gemacht und erklärten uns nun von der anderen Seite „ihre“ Welt.


 

Klasse:
OS Gellert
Architekt:
Lukas Buol
Thema:
Orient, Safari & Grasbrücke