Lehrerin: Claudia Mülheim
Szenografen: Reto Welz & Stefanie Hungerbühler
Alter d. SchülerInnen: ca. 12 Jahre
Vision: Von der U-Bahn zum Wolkenkratzer

Die Architektin Nevena Torboski begann ihre Projektarbeit in der Klasse mit der Analyse des Wortes „Stadtplan“ – was ist eine Stadt, was ist ein Plan, was ist ein Stadtplan?

Im Unterricht ging es insbesondere um die Vermittlung der Arbeit eines Architekten oder Stadtplaners. Beispielsweise wurden verschiedene Stadtpläne gelesen – ein Stadtplan für Wasser, einer für Grünflächen, etc. Ebenso wurden Mindmaps-Zeichnungen des eigenen Schulweges angefertigt und an der Umwandlung von zweidimensionalen Ideen in dreidimensionale Modelle gearbeitet. So entstanden aus Ideen, Zahlen und Wörtern plötzlich Räume.

Auf dem Weg zu ihren eigenen Visionen wurde den Schülern zunächst das Handwerk des Architekten vermittelt: Ideen, Wünsche und Skizzen bekommen einen Raum, in den sie eingeschrieben, geklebt und gefaltet werden durften. Jeder Schüler fertigte sein eigenes Skizzenheft, in das er seine persönlichen Erfahrungen und Entdeckungen eintragen konnte.

Grundlage für die Entwicklung von Zukunftsvisionen war die Auseinandersetzung mit dem Raum. Wie konstituiert sich ein Raum, wie bewege ich mich in ihm und wie erlebe ich ihn? Wie nehme ich die eigene Orientierung im alltäglichen Raum wahr und wo stosse ich an räumliche Grenzen? Was sind meine räumlichen Bedürfnisse? Die Auseinandersetzung von Raum und Zeit bildete die Basis, um sich den eigenen Visionen und Wünschen für eine Stadt im Jahr 2020 zu nähern.

Die OS-SchülerInnen haben verschiedene Visionen zu Bewegungsformen in der Stadt der Zukunft entwickelt: Der „U-Ball“ ist das Fortbewegungsmittel des Jahres 2020. Als Fahrgast sitzt man zu zweit in einer durchsichtigen Kugel, die durch die Unterwelt Basels zum nächsten Ort rollt. Briefe werden zukünftig per „Special Post“ direkt über ein komplexes Rohrsystem mit Luftdruck an den Empfänger weitergeleitet. Und im Rhein liegt das riesige Wellness Schiff „Acqua Mali“ mit Blick auf vorbeischwimmende Fische. Der Messeplatz bekommt ein neues vertikales Sportzentrum und in der Graffidisc auf dem Kasernenplatz vereinen sich Streetart, Graffiti und Musikkultur. Energietechnisch ist die Stadt der Zukunft auf dem neuesten Stand: Alle Dächer Basels werden im Jahr 2020 mit Solardächern ausgestattet sein, das Projekt „Green Energy Basel“ wird die Stadt komplett mit nachhaltiger Energie speisen!


Zur szenografischen Umsetzung:
Aus einer Fülle von phantasievollen Ideen und einer ausführlichen Analyse der Gegenwart als Grundlage entwickelte die Klasse sechs Zukunftsvisionen. Diese sind alle in Modellform dargestellt worden. Im Container der Klasse von Claudia Mülheim konnte der Besucher die Phantasien und Blickwinkel der Kinder kennenlernen und nachvollziehen. Dafür musste er seine gewohnte Perspektive ablegen und in den vom Boden abgehobenen Container hineinkriechen, um dann in einer neuen Welt aufzutauchen. Hier ist er umgeben von einer Fülle im Raum hängender Zeichnungen, Texte und Collagen. Durch das Wandeln in die eine Richtung waren die Visionen und Gedanken der Kinder zu sehen. Wenn der Besucher durch den Container ging, konnte er sich den Visionen und Gedanken der Kinder widmen. Zwischen den schwebenden Blättern hatte er freie Sicht auf die gebauten Modelle. Diese bildeten jeweils die Kernstücke zu verschiedenen Themen.

Thema:
Von der U-Bahn zum Wolkenkratzer
Architekt:
Nevena Torboski
Klasse:
OS Wasgenring